My world
Donnerstag, 10. September 2009

Jetzt muss ich doch mal was Positives berichten. Es gibt frischen Wind in dieser beschissenen Stadt. Nicht den Wind, der uns hier als allgemein bekannte steife Brise erreicht, ich meine künstlerischen. Und politischen. politischen. Guten. Lange ist es her. Schill “sei Dank” wird die Öffentlicher-Raum-Eroberungsfahne ein wenig tiefer geschwenkt. Damals als die Wasserwerfer anrückten und man Busse und Bauwagen beschlagnahmte ist eine der vielleicht bekanntesten Bastionen gefallen: die Bambule. Es ist viel passiert seitdem. Neuerdings dürfen wir McDonalds neben dem Schanzenbahnhof ertragen und die Flora immer wieder staatliche Willkür und etwaige Schikanen. Ich bin weiß Gott (leider) nicht mehr politisch aktiv, werde hier also keine Parolen und schon keine Reden schwingen, aber eines sei doch gesagt: die Besetzung des Gängeviertels in Hamburg ist das Beste, was dieser Stadt seit Langem passiert ist! Die Motivation: Die knapp 200 Künstler wollen auf die Raumnot Hamburger Künstler aufmerksam machen und die Gebäude vor dem Verfall bewahren. Es hat mich an der Stelle gepiekst, an der ich keine Nerven mehr vermutet habe. Es hat ein Gefühl wieder aufleben lassen, welches definitiv verbuddelt war. Es ist toll zu sehen wie gut es Hamburg tut, das Mitmachen, das Hinterhofgefühl.
Eine Bewegung.
Es ist egal, dass ich bereits in Kalifornien erkrankt bin. Auch ohne die Vorerkrankung hätte ich mich spätestens beim Landeanflug auf Hamburg zum Kotzen gefühlt. In Hotpants, Top und barfuss war der Regen in der Hansestadt wie ein buchstäblicher Tritt in die Fresse. 18 Grad Celisius und Regen, keine 24 Stunden später sogar Hagelkörner, von der Größe grüner Trauben…
Sanftes Ankommen ist anders. L.A. hat in den letzten Augustwochen, wie allgemein bekannt, an der ernormen Hitze und Trockenheit gelitten. die Folge sind verheerende Waldbrände, die jetzt bereits eine Waldfläche von 500 Quadratkilometern mit zum Teil 35 Meter hohen Flammwänden zerstört haben. Schrecklich. Was soll ich sagen? Es war erdrückend und furchtbar mit anzusehen, wie diese wachsende und dichter werdende graue Rauchwolke nach und nach den Himmel trübte. Jeden Tag ein wenig mehr.
Makabrerweise hatte man beim Anblick des Hamburger Himmels ähnliche Katastrophenassoziationen…
An alle Urlaubskinder da draußen in der Sonne: Bleibt, wo ihr seid!!!