Archiv für August 2009

ein virus und viel geld

Dienstag, 25. August 2009

Der Virus den ich habe der hat einen Namen den ich ich mir nicht merken kann. Ich habe es ueberlebt, ich habe es tapfer ueberlebt. Ein wenig verstecken musste ich mich aber schon. Meine Unterlippe sah aus, als haette ich die Gunst der amerikanischen Stunde genutzt und mir Botox hinein spritzen lassen. Genau genommen sah es sogar so aus, als waere es etwas (…) zu viel geworden. Dicklippig und fiebrig bin ich zu Dr. Sheng gerannt, habe mir Monologe ueber seine Liebe zu Paris anhoeren muessen, habe dankbar genickt, als er mir einen Discount anbot und zahlte brav meine 68 Dollar cash an seine Arzthelferin. Der Schreck der kam erst spaeter, in der Apotheke, als ich geschwaecht und genervt mein Rezpet durchs Tuerchen schob. 499 Dollar wollte Maria, die Apothekerin, von mir haben. 499 Dollar fuer vier Pillen. Was soll ich sagen? Ich entschied mich fuer ein Generikum und zahlte 8,99 Dollar. Das muss ich fuenf Tage langer nehmen, es sind insgesamt 21 Pillen, aber – hey – es sind nur 8,99 Dollar. Freaky…

Long Beach und Long Break

Mittwoch, 19. August 2009

Hollywood ist eine einzige Clichee-Schublade. Nirgendwo sind die Roecke der gelifteten 30-Jaehrigen kuerzer und die Schlangen und Strech-Limos vor den Clubs laenger. In der letzten Ecke des schmuddeligen Hostels am Hollywood Boulevard habe ich zwei irische Maedchen kennen gelernt, ihnen spontan zu Rasierern, Tampons und einer Falsche Vodka verholfen und unfassbar viel Spass mit den beiden erlebt. Auf dem unendlich scheinenden Fussmarsch zu Johnny Depps Nightclub The Viper Room am Sunset haben wir uns in die Buesche geschlagen um eine Pinkelpause einzulegen. Just fertig, erleichtert sozusagen, hat uns ein Paparazzi erwischt. Noch beim Hose-Hochziehen. Ich will jetzt nicht albern klingen, aber das war ein sehr exklusiver Moment. Das und die Tatsache, dass wir an der wartenden Masse vorbei schlendern durften ohne den Eintritt bezahlen zu muessen (der Tuersteher hatte ein Auge auf Alice geworfen) hat diesen Abend sehr Hollywood-like gemacht. Nicht ganz so stilecht war der Ausklang bei einem kalten Burger im Denys um drei Uhr morgens. Whatever.
Jetzt hocke ich in Long Beach, was ein wenig, ein klitzekleines bisschen weniger glamurös ist :) Remember: mexikanische Grossfamilien… Ich shoppe (auch das wird eine Ueberraschung sein) und freue mich auf die Vans Warped Tour am Sonntag.

Drei Bier und ein Sandwich später…

Samstag, 15. August 2009

…sitze ich immer noch hier in Hollywood und spiele Tourist. Was seltsam ist. In Venice bin Inventar, hier reihe ich mich ein… Franzosen, wohin das Auge reicht und schlimme Deutsche, mit weissen Puma-Tennissocken und North Face Rucksäcken. Walk-of-fame und Star-Tours. Das ist das, was die Deutschen hier so unternehmen. Dem ist ja nicht mehr viel hinzuzufügen. Dieser Ort riecht nach der Welt, nach blonden, frisch gewaschenen schwedischen Haaren, nach britischen kurz geschorenen Frisuren und importierten Bierdosen, nach französischem Duschgel und deutschen, weissen Puma-Tennissocken, gepaart mit dem unverwechselbaren Duft von Nivea-Deo for men. Willkommen in Hollywood. Wovon träumst du?

Jugendherberge

Samstag, 15. August 2009

Aus der Exklusiv-Walkstreet direkt in eine schmutzige Jugendherberge. Welch Abstieg! Aber ich hatte tatsächlich kein Internetzugang all die Zeit und auch sonst schien alles in mir auf “soziale Kontakte” zu zielen. Genug des Hermit-Daseins. Das Wochenende steht vor der Tür und es wird Zeit sich mal mit jungen Menschen zu unterhalten. Dachte ich. Und wo geht das besser als in Hollywood, Baby. Mitten auf dem Hollywood-Boulevard liegen die Banana-Bungalows – die Jugendherberge. Aus mindestens 10 Lautsprechern dröhnt hier 24 Stunden “KRoq”, ein hiesiger Rock-Radiosender und wären wir nicht in Hollywood, man könnte meinen der Strand sei um die Ecke. Jeder hier trägt Billabong oder Quiksilver-Boardshorts. Ich nenne es mal freundlich das Cali-Syndrom. Wenn du schon nicht von hier bist, willst du wenigstens das Clichée eines Boardsport-Dudes erfüllen. Hm. Mit meinem Einzug habe ich auch schlagartig das Durchschnittsalter erhöht und gleichzeitig die Frauenquote in die Höhe getrieben. Hollywood, it´s fucking me!
Wir werden sehen…

kopfhautprobleme und andere wunder

Freitag, 07. August 2009

meine kopfhaut ist verschorft. ich habe mir meinen mittelscheitel so stark verbrannt: es hat geblutet! jetzt renne ich mit aloe vera auf dem kopf herum, einer gruenen klebrigen schmatze… sexy as hell. rauchen kann ich auch nicht, weil ich keinen amerikanischen id habe, bekomme ich in den wenigsten shops zigaretten und auch das fahrrad fahren ist aufgrund meines uebermaessigen gebrauchs nicht mehr moeglich. ich kann kaum sitzen, so stark ist – aeh – da unten alles geschwollen. aber ansonsten geht es mir fantastisch. ehrlich. die wellen, die sonne (ab heute mit hut) und pinkberrys icecream machen vieles wieder wett. das geht.

at home…

Dienstag, 04. August 2009

here we are: zurueck in l.a. wow. der flug war eine katastophe, aber auch das hat mich nicht sonderlich ueberrascht. ich habe vegetarisches essen bestellt bei united airlines. nicht gut. es gab zum fruehstueck bohnen, kichererbsen und zuchini in oel. kalt! ohne brot, ohne broetchen, ohne alles. die getraneke kosten alle extra und die stewardessen waren so fett, eine von ihnen konte nur seitlich durch den gang… so. ich bin wieder nachbarin von julia roberts, ich bin wieder gernervt von ihrem permanent bellenden hund und ihrer alle 20 minuten anspringenden air condition, deren generator direkt vor meinem fenster platziert ist. herrlich. und soll ich euch was verraten? i LOVE it! ich kann mir keinen schoeneren ort auf der welt vorstellen. die letzten zwei tage bin ich mit dem fahrrad durch venice und santa monica herum geduest. jetzt habe ich arsch schmerzen und einen monster sonnenbrand auf den armen. der erste versuch den strand zu geniessen war eine wundersame begebenheit. ich war die einzige weisse am strand. dieser war fest in der hand von mexikanischen grossfamilien. und wenn ich sage grossfamilien, dann ist das woertlich zu nehmen. 10-15 personen unter grosszelten, mit picknickkoerben, so gross wie mein twingo und ghetto-blastern. das wundersamste aber ist, dass sie in voller montur baden gehen. komplett bekleidet. ? aha. warum, das konnte mir hier keiner erklaren. ich bin also wieder mittendrin. ich wundere mich, schuettle permanent mein sonnen verbranntes hirn und freue mich ueber gelegentliche non-fat-lacto-free-latte. auf das leben!