so ganz weit weg vom hippen hypigen venice, beverly hills und malibu existiert ein kalifornien, dass mit seinem vielen geld nicht ganz so offensichtlich herum protzt. was nicht heisst, es hätte weniger davon, es ist lediglich versteckter angelegt. in privat-communities zum beispiel. ich war gestern in san clemente, am südlichsten zipfel von orange county, um eine homestory mit einem kleinen surfer zu machen. und zum ersten mal habe ich mich für mein verbeulten, qualmenden, verdreckten, stinkenden, hässlichen…lassen wir das… volvo geschämt. nachdem ich mir vom pförtner einen besucherausweis abgeholt habe, wurde mir ein community-lageplan überreicht, und ich rollte plan-lesend, begleitet von unzähligen überwachungskameras, zum familien-anwesen.
gleich nachdem ich das haus betreten habe, wusste ich, wo der hase lang läuft. ich musste ein paar mal blinzeln, um zu erkennen, das ich mich auf einem felsplateau befinde, in das das kleine häuschen hinein gebaut wurde, vor mir breitete sich das meer aus, die sonne knallte von himmel, überall flatterten tücher im wind, sanfte klaviermusik ertönte. ich weiss, ich weiss, das klingt alles nach einem billigen arzt-schundroman. fakt ist: so habe ich meinen nachmittag verbracht. ich führte mein interview im privat-sand, am privat-strand schlendernd, wir spielten mit den hunden in den privat-wellen, winkten ab und an mal vorbei schlendernden billionären und bewunderten gemeinsam die ehemalige ferien-privat-villa von präsident nixon, in der auch schon der fette kohl mit dem gorbatschow karten gespielt haben soll. danach schlenderten wir in den privat-park und riley zeigte mit noch seine privat-surfbrett-und trophäen-sammlung.
am ende des tages fühlte ich mich entspannt, ausgeruht, glücklich… und hoffte im stillen, sie würden mich adoptieren. ich habe noch nie in meinem leben so viel privat-geld gesehen. und verdammt, ja, es war richtig gut angelegt. man könnte jetzt versuchen neidvoll, zeternd und gehässig zu werden, nur um nicht wie ein bettelnder unterklässler dar zu stehen, der den becher aufhält und jammert, wie schwer er es doch hat. aber warum? die wichtigste erkenntnis des tages, ach was, des lebens war doch, geld macht doch glücklich.
und jetzt gehe ich in die welt hinaus und werde rockstar.