Archiv für die Kategorie ‘Skurrilitäten’

Wer seinen Oldtimer liebt, der schiebt

Dienstag, 29. Juni 2010

Schön ist er ja, mein Porno-Porsche – in Puffrot. Schön. Und schön kaputt. Ausgerechnet auf dem Weg zu einem “Vorstellungsgespräch” in einer Hamburger Agentur riss mir der Bowdenzug und ich habe beim Versuch die Kupplung zu treten ins Leere gestoßen. Um 11 Uhr war der Termin, 10.45 Uhr riss die Scheißkupplung, genau 2,5 Kilometer VOR dem Ziel. Natürlich hatte ich einen Rock an, natürlich habe ich das ganze mit einem schwarzen Jacket garniert und natürlich hatten meine Schuhe AUSGERECHNET HEUTE Absätze. Mein Navigationsgerät, das Jacket, der frisch gebügelte Rock, die Highheels und ich rannten bei 28 Grad Celsius durch Ottensen. Unnötig zu erwähnen, dass der angedachte frische Sommerlook IM ARSCH war als ich angekommen bin.
“Oh Lord, won´t you buy me a Mercedes Benz…”

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Alter Schwede

Montag, 26. April 2010

Sune Gustavson ist 69 Jahre alt. Ein blonder, braungebrannter Bilderbuch-Schwede, falls man sich überhaupt so weit aus dem Fenster lehnen darf. Sune ist ehemaliger Besitzer einer Autoreifen-Fabrik und passionierter Eishockey-Spieler. Er trägt Armani-Jeans, Siegelringe und Labello. Er liebt seinen Schal mit der Variante “Düsseldorfer Schlaufe” geknotet und trinkt Whiskey unbeeindruckt nach Rot- und Weißwein. Er ist spendabel und sehr höflich – vor allem ist er aber eines: absolut distanzlos. Seit nunmehr 15 Jahren singt er, vornehmlich alte Elvis-Klassiker, Big Band-Hits ganz grosser Stars und schlechte Popsongs von Boys II Men. Sune singt regelmäßig in Karaoke-Bars und in Altersheimen vor einem sehr, sehr dankbaren Publikum. Sehr gerne gibt er Kostproben, und präsentiert dann auch gerne unaufgefordert sein gesamtes Repertoire. Stundenlang und inbrünstig. Nun, die Tatsache, dass wir unfreiwillig einen sehr engen Raum an Board der US Airways Maschine nach North Carolina teilen mussten hat es nicht gerade einfacher gemacht. Oder anders ausgedrückt: Es gab kein Entkommen. Fast 5 1/2 Stunden lang hat Sune getrunken, Runden geschmissen und gesungen, was das Zeug hält. Zurechtweisungen der Stewardessen und anderer Passagiere wurden stirnzunzelnd ignoriert und mit weiteren alkoholischen Bestellungen kommentiert.

Vielleicht war das der längste Flug meines Lebens.

Island spuckt…

Sonntag, 18. April 2010

…und mein Los Angeles Flug steht damit in den Sternen. Da will man schon so verrückt sein und kurzfristig für fünf Tage (alles wegen einer Geburtstagsparty) nach Cali fliegen und dann das. Die Staubwolke des Vulkans im Gebiet des Eyjafjallajökull-Gletschers pustet unaufhörlich Mist in die Atmosphäre und behindert damit seit Tagen den kompletten Flugverkehr in Nordeuropa. Buchen kann man – auf eigene Verantwortung, sagt die Lufthansa. Die eingelösten Prämienmeilen verfallen bei Nicht-Beförderung. Man würde mir schließlich im Falle des Falles einen Ersatzflug anbieten. Was aber nützt das, wenn man termingerecht fliegen will. Muss man das verstehen?

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Die Krönung der Schöpfung

Donnerstag, 25. Februar 2010

Warum um Himmels Willen müssen Fotografen und Modejournalisten (und solche, die gerne welche wären) sich zunehmend selber fotografieren? Schlimmer noch. Warum müssen sich immer mehr Fotografen nackt ablichten? Terry Richardson ist ein Narzisst – und auch wenn dieser Gedanke nicht gesund ist, verzeihen wir Mr. Richardson seine fast schon unerträgliche Omnipotenzillusion. Aber mal ehrlich, wer will schon wie Terry Richardson sein? Warum sollte man so sein wollen wie Terry Richardson? Warum also blicke ich immer öfter in den Schritt von Fotografen. Meist in einen unrasierten? Spiegeldarstellungen, Selbstauslöser-Augenblicke. Inszenierte Selbstbewunderung.
Hm…
Soll man nun gratulieren zu solch (scheinbar) immensem Selbstbewusstsein oder gar still Mitleid walten lassen für den Akt des Kompensierens eines geringen Selbstwertgefühls? Und die schreibende Zunft? Wo mag da die Motivation liegen? Ist die Selbstdarstellung in Designer-Styles etwa ein “Schaut-mal-alle-her-ich-kann-mir-das-Teil-leisten”-Akt? Eine “So-sieht-das-Teil-angezogen-aus”-Präsentation schließe ich einfach mal aus, dafür gibt es Lookbooks, Mode-Shootings und sehr plakative Catwalk-Shots.
Hm…
Ich staune und hoffe…auf weniger Fremdschämen-Augenblicke beim Durchforsten einiger Internetseiten und Mode-Blogs.

Großraumbüros sind eine Erfindung von Misanthropen

Dienstag, 16. Februar 2010

Genauso ist es. Nur wahre, echte, abgrundtiefe Menschenhasser können sich Großraumbüros ausgedacht haben. Seit heute sitze ich für jeweils die Dauer einer Magazin-Produktion in eben einem solchen. 15 andere Menschen teilen sich ab sofort den Raum und die damit verbundenen Offenbarungen mit mir. Liebeskummer? 15 Andere wissen davon. Magenprobleme? Auch das wird ein offenes Geheimnis bleiben. Schreibblockade? Die Gruppe hat Verständnis. Und dann ist da wieder dieses Gefühl – fast schon ein Wahn. Das Tastaturgetippe, das klingt wie an Knochen nagende Mäuse oder Ratten. Klickklackklackklickklack…klackklackklick…..klackklacklack………Klick…Klack.
100 Anschläge pro Minute schafft ein durchschnittlich begabter Redakteur. Das macht pro Stunde 6000 Klacks. Bei 15 Personen erreichen wir eine Summe von beeindruckenden 90.000 Klacks. Gleichzeitig! Bei einem Acht-Stunden-Tag macht das eine Menge Nagergeräusche… Aehm… Vielleicht brauche ich Urlaub?

Blöde neue Welt!

Sonntag, 24. Januar 2010

“Be stupid” proklamiert Diesel in bunten und leuchtenden Buchstaben auf der diesjährigen Bread & Butter im Berliner Tempelhof. Die neue Kampagne setzt auf diesen Slogan und liefert in überdimensionierten Plakatformaten simpel erworbene Erkenntnisse. “Smart listens to the head. Stupid listens to the heart. Be stupid.” Will man das?

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I don´t like

Mittwoch, 13. Januar 2010

Ich habe gerade meine Grenze entdeckt.

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Winterhormone

Sonntag, 10. Januar 2010

Winterhormone sind sensationell. Sie schießen ein, machen rote Bäckchen und verleiten mich zu Aktivitäten wie Schlittenfahren, Schneemannbauen, Schneeballschlachten und Einseifen. Yeah!

Unbelievable

Freitag, 18. Dezember 2009

Das kam gestern per Email…

Absender: Holländisches Fischbüro in Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren, gerne informieren wir Sie über die 27. Matjes-Saisoneröffnung, die am 9. Juni nächsten Jahres in Bremen stattfinden wird.
Einzelheiten zum traditionellen Saisonstart des holländischen Matjes in Deutschland entnehmen Sie bitte der anhängenden Presseinformation.
Weitere Informationen finden Sie auch auf www.matjes.de.

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Kleine Lichter

Sonntag, 04. Oktober 2009

Kleine Lichter, die gibt es immer wieder. Sie tauchen (Gott sei Dank) genau dann auf, wenn man denkt, man erstickt in Dunkelheit und Trostlosigkeit. Amy Purdy war heute mein kleines Licht. Ich habe den ganzen Tag ihr Interview übersetzt und mich mehr und mehr von ihrer Lebensenergie stärken lassen. Mit 19 Jahren verlor sie, aufgrund einer Sepsis als Folge einer schweren, fast tödlichen bakteriellen Blutinfektion, beide Beine unterhalb der Kniescheiben. Sie verlor ihre Milz, beide Nieren und fast vollständig ihr Hörvermögen. Ihre Überlebenschance lag bei weniger als zwei Prozent… Amy Purdy ist immer noch da, sie lebt, sie atmet, sie fährt professionell Snow-, Skate- und Wakeboard, sie modelt, schauspielert, leitet eine Action Sports Organisation für Kinder mit Behinderungen und arbeitet hin und wieder als Haare&Make-Up Artist. Jetzt dürft ihr euren Mund wieder schließen…

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